Veröffentlichungen von Urmila Goel / Desis in Deutschland
Forschungsprojekt "Die virtuelle zweite Generation"
Urmila Goel
in: Christine Riegel und Thomas Geisen (2007/ 2. Auflage: 2009, Hrsg.), Jugend, Zugehörigkeit und Migration - Subjektpositionierung im Kontext von Jugendkultur, Ethnizitäts- und Geschlechterkonstruktionen, Wiesbaden: VS Verlag für Sozialwissenschaften, 163-181 (als pdf).
"‚InderInnen der zweiten Generation’ stoßen in ihrem Alltagsleben immer
wieder auf ihnen zugedachte Grenzen. Die ‚Weißen’ grenzen sie aus, zeigen ihnen,
wo sie nicht dazu gehören. Ihre Eltern versuchen sie in ihren Grenzen des
‚Indischseins’ zu halten. Für die Imagination von natio-ethno-kulturellen
Gemeinschaften spielen Grenzen, wie Barth (1969) und Cohen (1985) gezeigt haben,
eine zentrale Rolle. Durch sie wird definiert, wer zu ‚uns’ gehört und wer zu
den ‚Anderen’. Dadurch, dass ‚wir’ wissen, wer die ‚Anderen’ sind, können wir
‚uns’ als zusammengehörend und einheitlich denken. Die durch ‚uns’ definierten
‚Anderen’ definieren ‚uns’. Das Indernet ist eine Reaktion auf dieses
Auf-Grenzen-Stoßen, ohne dabei selber auf Grenzen zu verzichten. Auch das
Indernet will eine Gemeinschaft schaffen und kommt damit nicht um Grenzen herum.
Auch wenn es in seiner Selbstbeschreibung explizit erklärt, offen für alle zu
sein:
„... prinzipiell kann bei uns jeder mitmachen, der Spaß an der Sache findet
und bereit ist, sich zu engagieren. Dabei spielt es also keine Rolle, welche
Herkunft, Religion oder welches Alter man besitzt.“
Die ungewollten und/oder unreflektierten Ausgrenzungen erfolgen auf impliziter
Ebene."
Siehe auch: