Bad Boll Seminar 2001

Sketch der AG 3: Töchter und Söhne der Inder in Deutschland zwischen den Kulturen

Rollen:

Vater: Suresh
Mutter: Martina
Sohn: Claudius
Tochter 1: Swati
Tochter 2: Priyanka
Nachbarinnen: Sinthu, Surabhi
Tante/Onkel: Partho, Pamela
DJ: Bobby
Sprecher: Roman

1. Szene: (Vater und Mutter in einer Stadt in Deutschland)

Vater: Ich weiß auch. Irgendetwas liegt in der Luft. Ich kann jedoch noch nicht genau sagen, was es ist, aber...
Mutter: Wirklich? Was dieses Gefühl wohl bedeuten mag?

2. Szene: (Sohn kehrt Heim)

Sohn (mit gefalteten Händen): Namaste, Vater und Namaste Mutter. Wie geht es Euch?
Vater und Mutter: Danke, gut.
Vater: Na, wie geht es Dir Sohn? Viel gelernt?
Sohn: Nun ja... Da gibt es nicht allzu gute Neuigkeiten. Ich habe ja sooo schrecklich viel gelernt, mich sooo angestrengt und sogar nichts mit Mädels zu tun gehabt. Doch...
Mutter: Was willst Du uns denn eigentlich damit sagen?
Sohn: Ich habe die Zwischenprüfung ...äh... nicht bestanden. Es tut mir ja entsetzlich leid.
Vater: Oh nein. Wie konnte das geschehen? Ich wusste doch, dass etwas in der Luft liegt!
Mutter: Was soll das heißen? Wie konnte das passieren? Wirst Du jetzt etwa nicht weiter machen können?
Sohn: Also, es tut mir wirklich leid, doch ich habe jetzt vor MUSIKER zu werden.
Mutter: Wie kannst Du nur so etwas sagen? Du bringst uns noch ins Grab.

3. Szene: (Tochter tritt ein)

Vater: Ah, Tochter. Wie geht es Dir? Wie war Dein Tag in der Uni? Hast Du Deine Prüfungsergebnisse bekommen?
Mutter: Bring DU uns doch bitte zur Abwechslung gute Nachrichten ins Haus!
Tochter 1: Ich muß Euch da leider enttäuschen. Meine Ergebnisse sind nicht so toll, obwohl mich richtig angestrengt habe und viel gelernt habe.
Vater: Das darf doch nicht wahr sein. Was haben wir bloß falsch gemacht?!
Mutter zur Tochter 1: Bei Dir ist es nicht so schlimm. Papa kann für Dich ja auch einen Mann suchen, doch Dein Bruder soll doch irgendwann eine Familie und uns versorgen können.
Sohn: So tut mir leid, aber ich bin verabredet. Ich bin dann weg.
Vater: Geh Du nur!
(Sohn geht)
Tochter 1: Ich bin jetzt auch gleich weg.
Mutter: Mit wem denn?
Vater: Wohin? Und wann kommst Du eigentlich wieder?
Tochter 1: Das hatte ich doch schon vorgestern angekündigt. Das weißt Du doch schon alles.
Mutter: Mit Anna und Betty wollten ich mich in der Disko treffen. Ihr kennt die beiden und ihre Eltern doch.
Mutter: Stimmt. Dann paß gut auf Dich auf! Und wenn was ist, der Papa holt Dich, wenn Du anrufst.
Tochter 1: Schon gut, ich fahr selber. Bis dann!
(Tochter 1 geht)
Vater: Habe ich es Dir nicht gesagt? Irgendetwas lag in der Luft.
Mutter: Was sollen wir bloß machen? Die beiden bringen mich wirklich noch ins Grab!!!

4. Szene: Tochter 1 ist auf dem Weg in die Disko und geht dabei an zwei Nachbarinnen vorbei)

Tochter 1: Guten Abend, aunties!
N1 und N2: Hallo.
N1: Also, unglaublich. Um diese Zeit noch wegzugehen. Sie sollte mal lieber lernen oder ihrer Mutter in der Küche helfen.
N2: Da hast Du Recht. Und hast Du den Rock gesehen? Meiner Tochter würde nicht einfallen so rumzulaufen.
N1: Die Eltern sollten sie mal langsam verheiraten. Das kann doch nicht ewig so weitergehen...

5. Szene: (Bei den Eltern - Besuch von einer indischen Tante und ihrem Mann)

Begrüßung
Tante: Ach, erzählt doch mal! Wie geht es Euch und Euren Kindern? Mit unseren sind wir, gerade heute, sehr zufrieden. Heute gab es doch Ergebnisse - alles Einsen.
Vater: Schön, das freut uns. Uns geht es gut und den Kindern auch. Äh... ist euch auch schon aufgefallen, dass das Wetter um diese Jahreszeit besonders gut ist?
Mutter: Da sagst Du was. (Mutter ruft Tochter 2) Bringst Du uns bitte den Tee?
(Tochter 2 tritt auf, mit einem Tablett, auf welchem sich Tee befindet und setzt sich)
Tante: Dich haben wir schon lange nicht mehr gesehen. Wie geht es Dir? Was macht das Studium?
Tochter 2: Mir geht es gut und das Studium geht voran.
Onkel: Das Medizinstudium ist bestimmt interessant.
Tochter 2: Da magst Du Recht haben Onkel, doch ich studiere Sozialwissenschaften.
Onkel: Oh...Nun gut, wie lange geht das denn noch?
Tante: Gute Frage. Willst Du nicht mal heiraten? Du bist schließlich schon 25!!!
Tochter 2: Ich werde sicher noch ca. fünf Jahre benötigen.
Tante: Soo lange? (zum Vater) Hast Du etwa für sie noch keinen Mann gesucht?
[...]

(Unterdessen in der Disko - Freundin 1 und 2 trinken und Tochter 1 stößt dazu)

Begrüßung
Freundin 1: Dann lass uns mal anstoßen! Prost!
(Plötzlich wird Tochter 1, nicht gerade diskret, von dem DJ angetanzt und angesprochen)
DJ: Hey hey! Hat man Dir schon mal gesagt, dass Du eine schwarze Perle bist?! Du, mein Brownsugar.
Freundinnen: Oh man. Jedes mal die selben Sprüche. Muss das wieder sein?!

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