Bad Boll Seminar 2001
AG 3: Töchter und Söhne der Inder in Deutschland zwischen den Kulturen
Jungen-AG:
Diese Teilgruppe setzte sich aus fünf Teilnehmern zusammen, die zunächst aus
eigener Erfahrung berichteten und somit zu folgenden Ergebnissen gelangten:
Thema Berufswahl:
- man ist nie ganz frei (Beruf Clown würden Eltern nie akzeptieren)
- in Deutschland ist die Berufswahl für Jungs doch sehr frei, freier als
in Indien (dort ist die Frage der Anpassung und das Festhalten an der Tradition mehr im Vordergrund)
- für Jungs ist es einfacher zu studieren
- höhere Bildung/Studium ist sehr wichtig für die Eltern, dadurch
ist der indirekte Erfolgsdruck sehr hoch, höher als bei Töchtern (Stolz der Eltern)
- allerdings ist Bildung in Deutschland kostenlos, dadurch ergibt sich für
Mädchen ein Vorteil gegenüber denen aus Indien (sie können ebenfalls jederzeit
studieren)
Thema Familie:
- Einschränkungen sind für Jungen und Mädchen da; wer mit den
Regeln spielt, hat es einfacher
- Problem des Machtkampfes zwischen Vater und Sohn (tritt aber vor allem in
Indien auf, etwa wenn man dort zu Besuch ist)
- aber: das Kriterium "Schutz" spielt bei Mädchen eine größere
Rolle, daher weniger Freiheiten für die Mädchen (ist aber nicht unbedingt spezifisch für
indische Eltern, denn auch Deutsche reagieren so)
Thema Schule/Alltag/Freunde:
- wenn man als Deutsch-Inder jemanden kennen lernt, ist anfangs eine besonders
hohe Distanz da; erst wenn man einen näher kennt, wird man akzeptiert
- Sonderstellung in der Schule; Lehrer (und andere Erwachsene) erwarten mehr
von einem "Pseudoexpertenrolle", weil man in zwei Kulturen zu Hause ist)
- diese beiden genannten Punkte sind geschlechterunspezifisch
- Mädchen aus Indien haben es einfacher zu wirken (Bsp. PR-Jobs); Jungs
müssen sich stärker profilieren
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